Romanwerkstatt

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Peter Härtlings Roman. Ein weiterer Meilenstein auf meinem Weg zu Hölderlin. Die Idee, sich ihn zu erschließen über die geographische Nähe. Was Peter Härtling nicht sonderlich schwerfiel. Aber mir. Köln liegt nicht am Neckar. Trotzdem: Meine Tübingenbesuche, allesamt, hatten mit Hölderlin zu tun. Kamen nicht an ihm vorbei.

Auf den Spuren des Maestros wandeln. Seinen Blick einnehmen, seine Wahnsinnspirouetten und Volten nachvollziehen, seine Lebenslust, seine Poesieglut nachglühen lassen, an seine melancholische Verzweiflung und die verzweifelte Melancholie andocken. So gut das geht, zwei Jahrhunderte danach, als nicht zu Depressionen neigender Jetztzeitbürger.

In seinem Turmzimmer stehen plötzlich die Geschichten im Raum, die ich von ihm gehört, gelesen, gesehn hatte. In dankenswerter Klarheit. Stehen vor mir im Raum. Für all das steht das, was vom Tübingen seiner Tage noch steht. Als Kulisse, als Folie, als Grund und Hintergrund.

Tübingen bringt ihn mir näher.

von Admin (Kommentare: 0)

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